Die Datei server.properties ist das Herzstück jedes Minecraft-Java-Servers. Hier legst du fest, wie dein Server heißt, wie viele Spieler mitspielen dürfen, wie schwer das Spiel ist und Dutzende weiterer Dinge. In diesem Artikel erklären wir dir die wichtigsten Einträge (Keys), was sie bewirken und welche du getrost anfassen kannst — und bei welchen du vorsichtig sein solltest. Der Artikel richtet sich an Einsteiger genauso wie an fortgeschrittene Nutzer.
Die server.properties liegt im Hauptverzeichnis deines Servers, direkt neben der Server-JAR (also z. B. der Paper- oder Vanilla-Datei). Es ist eine einfache Textdatei nach dem Muster schlüssel=wert — pro Zeile eine Einstellung, ohne Anführungszeichen.
Bei Gamesilo musst du die Datei aber in den meisten Fällen gar nicht von Hand bearbeiten: In deinem Dashboard findest du unter Einstellungen die wichtigsten Optionen als bequeme Schalter und Auswahlfelder. Wenn du dort etwas änderst, schreibt das Portal die Werte für dich in die server.properties und ein Neustart übernimmt sie.
Achtung: Damit Änderungen greifen, muss der Server neu gestartet werden. Ändere die Datei nicht, während der Server läuft — beim Stoppen überschreibt Minecraft sie sonst mit den alten Werten und deine Bearbeitung geht verloren.
motd — Der „Message of the Day", also der Text, den Spieler in ihrer Serverliste unter dem Servernamen sehen. Hier kannst du deinen Server bewerben. Farbcodes mit dem Paragraphenzeichen (§) werden unterstützt, z. B. §aWillkommen.max-players — Die maximale Spielerzahl. Beachte, dass mehr Spieler mehr Arbeitsspeicher und CPU brauchen. Setze den Wert realistisch zu deinem verfügbaren RAM.difficulty — Die Schwierigkeit: peaceful (keine Monster), easy, normal oder hard. Bei peaceful regeneriert sich Leben schneller und es gibt keine feindlichen Mobs.gamemode — Der Standard-Spielmodus für neue Spieler: survival, creative, adventure oder spectator.pvp — Ob Spieler sich gegenseitig Schaden zufügen können (true/false). Für friedliche Bau-Server oft auf false.spawn-protection — Ein Schutzradius um den Weltspawn (in Blöcken), in dem nur Operatoren bauen dürfen. Standard ist 16. Auf 0 setzen, wenn alle rund um den Spawn frei bauen sollen.online-mode — Sehr wichtig. Steht der Wert auf true, prüft der Server jeden Spieler gegen die Mojang-/Microsoft-Authentifizierung. Nur echte, gekaufte Accounts kommen rein, und Namen sind fälschungssicher.Achtung: Setze
online-modeniemals leichtfertig auffalse. Im Offline-Modus kann sich jeder mit jedem beliebigen Namen einloggen — inklusive dem eines Operators. Das ist ein ernstes Sicherheitsrisiko. Offline-Mode ist nur in Spezialfällen sinnvoll (z. B. hinter einem eigenen Proxy wie Velocity/BungeeCord, der die Authentifizierung übernimmt).
white-list — Auf true dürfen nur Spieler beitreten, die auf der Whitelist stehen. Ideal für private Server im Freundeskreis. Spieler fügst du mit /whitelist add Name hinzu. Vergiss nicht, enforce-whitelist zu beachten, wenn Änderungen sofort greifen sollen.view-distance — Wie viele Chunks (16×16-Blöcke) rund um jeden Spieler geladen und gesendet werden. Höhere Werte sehen weiter, kosten aber deutlich mehr RAM und Bandbreite. Auf kleineren Free-Servern sind 6 bis 10 ein guter Kompromiss.simulation-distance — Wie weit Spielmechanik (Mob-KI, Wachstum, Redstone) tatsächlich berechnet wird. Dieser Wert ist meist der größere Leistungsfresser. Ihn niedriger als view-distance zu halten (z. B. view-distance=10, simulation-distance=6), entlastet den Server spürbar, ohne dass die Fernsicht leidet.Tipp: Wenn dein Server ruckelt, senke zuerst
simulation-distance, dannview-distance. Das bringt oft mehr als jede andere Einstellung.
level-seed — Der Startwert (Seed) für die Weltgenerierung. Lässt du ihn leer, wählt Minecraft einen zufälligen Seed. Ein bestimmter Seed erzeugt immer dieselbe Landschaft.level-type — Der Welttyp, z. B. minecraft:normal (Standard), minecraft:flat (Superflach), minecraft:large_biomes oder minecraft:amplified.Achtung:
level-seedundlevel-typewirken nur, wenn die Welt noch nicht existiert. Bei einer bereits generierten Welt ändern sie nichts — dazu müsstest du die Welt zurücksetzen. In deinem Gamesilo-Dashboard gibt es dafür eine eigene Funktion „Welt zurücksetzen".
Unkritisch und jederzeit anpassbar sind Werte wie motd, difficulty, pvp, max-players, view-distance und simulation-distance. Damit kannst du frei experimentieren.
Vorsichtiger solltest du bei online-mode (Sicherheit!), level-type und level-seed (nur bei neuer Welt) sowie technischen Netzwerk-Keys wie server-port oder server-ip sein. Letztere verwaltet dein Hoster automatisch — bei Gamesilo solltest du sie gar nicht anfassen, sonst ist dein Server nicht mehr erreichbar.
Tipp: Bevor du die Datei von Hand editierst, lohnt ein Blick ins Dashboard. Die meisten alltäglichen Einstellungen (Name, Schwierigkeit, PvP, Whitelist, Sichtweite) erledigst du dort mit ein paar Klicks — und ohne das Risiko eines Tippfehlers, der den Serverstart blockiert.
true/false: Nur exakt true oder false sind gültig, kleingeschrieben. True oder 1 funktionieren nicht.=: Schreibe pvp=false, nicht pvp = false.minecraft:.Wenn du die Grundlagen verstanden hast, ist die server.properties ein mächtiges Werkzeug, um deinen Server genau nach deinen Wünschen einzurichten. Fang mit den unkritischen Werten an, teste dich Schritt für Schritt heran — und nutze das Gamesilo-Dashboard, wo immer es dir Arbeit abnimmt.